Die mallorquinische Nationalregierung macht Ernst im Kampf gegen die „Ballermannisierung“ der Insel. Seit einigen Jahren wird mit großem Erfolg ein neuer Weg verfolgt, der ursprüngliche, nämlich Wachstum um jeden Preis, scheint von gestern. Mallorca will sich gesundschrumpfen und geht mit teils recht drastischen Maßnahmen gegen die Folgen des Massentourismus vor. Diese sind recht vielfältig und beginnen mit den bereits in vielen Medien diskutierten Alkohol- und Happy-Hour Verboten, es geht weiter über nächtliche Sperrstunden und mündet in Umbaumaßnahmen der Problembezirke.

Mit Panik Stimmung machen

Die Gegner dieser Neuausrichtung fühlen sich um die Insel gebracht, die sie einst als Partyinsel kennen- und liebenlernten. Auf deren Seite kommen Gastronomen zu Wort, die sich um ihre wirtschaftliche Zukunft fürchten. Leider völlig zurecht, da im Sommer 2019 bereits ein starker Rückgang von Partytouristen zu verzeichnen war. Dass dies nun zu Arbeitsplatzverlusten führt ist unumgänglich, und es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis das neue Tourismuskonzept greift und genügend neue Arbeitsplätze schafft.

Nur noch Urlaub auf den Fincas?

Wer ein wenig in das Landesinnere fährt, dem werden die hübsch herausgeputzten Ortschaften wie Algaida oder Llucmajor aufgefallen sein, deren direkte Umgebung aus vielen Mietfincas besteht. In prachtvollen Olivengärten sind dort während der letzten zehn Jahre unzählige neue Traum-Fincas entstanden. Nach dem Willen der Lokalregierung sollen die Gäste der Zukunft entweder auf Fincas oder in einem der vielen neuen Hotels der gehobenen Kategorie nächtigen. Die Billigheimer am Ballermann werden jetzt Stück für Stück abgerissen oder modernisiert und eröffnen somit die Tür für eine neue Klientel. Als weiteres Zeichen des Umbruchs wird die Eröffnung eines Immobilienbüros von Engel & Völkers direkt im Epizentrum des Ballermanns gewertet. Denn in der Vergangenheit scheuten die edlen Immobilienbüros diese Gegend, sie war zu uninteressant und schwer vermittelbar.

Wer im Besitz einer mallorquinischen Finca ist, darf sich auf steigende Preise einstellen, denn diese werden wohl weiter in die Höhe schnellen.